Philosophie
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Im Wettlauf mit dem Gehirn: Ist künstliche Intelligenz schon intelligent?
Was wir heute unter Künstlicher Intelligenz (KI) verstehen ist künstlich, aber noch nicht wirklich intelligent. Trotz wichtiger Fortschritte ist die heutige KI noch äußerst ineffizient: Sie verschwendet Energie und benötigt Unmengen sogenannter „Labels“. Beides ist teuer und nicht nachhaltig. Vor 50 Jahren wurden die heutigen Methoden der KI von der Neurowissenschaft inspiriert – und die Frage ist naheliegend, ob es aus der Hirnforschung erneut Inspirationen für eine nächste Generation der KI geben kann. Unsere Gehirne sind schließlich unübertroffen in ihrer Energieeffizienz und Lernfähigkeit. Mithilfe neuester Methoden der Netzwerkanalyse im Gehirn („Connectomics“) sollen die Besonderheiten des biologischen Computers in unseren Köpfen bestimmt, Lernregeln verstanden und mögliche Veränderungen im Kontext von Erkrankungen beschrieben werden. Moritz Helmstaedter ist Direktor am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt und wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft. Wir bitten um Ihre Anmeldung mit Angabe der E-Mail-Adresse. Rechtzeitig vor Kursbeginn erhalten Sie von uns eine E-Mail mit den Zugangsdaten.
Meinungen und Meinungsbildung
Meist wird davon ausgegangen, argumentieren ziele darauf ab, andere von der eigenen Meinung zu überzeugen. Damit uns das gelingt, müssen wir wissen, wie Argumente korrekt aufgebaut werden, welche Fehler beim Aufbau zu vermeiden sind und wie wir fehlerhafte Argumente erkennen. Dabei können wir nicht davon ausgehen, dass die eigene Meinung richtig ist. Deshalb benötigen wir außer einem gültigen Argument auch den Nachweis, dass der Sachverhalt der Wahrheit entspricht. Hierbei ist die entscheidende Voraussetzung, dass wir Bedingungen angeben, bei deren Eintreten unsere Meinung falsch ist. Somit zielt argumentieren darauf ab, die fragliche Meinung kritisch zu prüfen, auf Meinungsbildung. In der Veranstaltung wird dieser Zusammenhang zwischen Meinung, kritischer Prüfung und Meinungsbildung weiter ausgeführt und an Beispielen diskutiert.
Ist dauerhafter Frieden möglich?
Die Frage kann in zwei Hinsichten gestellt werden: auf einen laufenden Krieg hin mit dem Problem, wie er beendet werden kann, und auf einen gesellschaftlichen Zustand hin, der Krieg als Problemlösung ausschließt. Um einen dauerhaften Frieden zu erreichen, muss die Gesellschaft friedenspolitisch aufgestellt werden. Dazu sind bisher drei Modelle bekannt. Das republikanisch-demokratische Beteiligungsmodell unterstellt, dass Bürger*innen eines Staates sich nicht für einen Krieg entscheiden, dessen Last und Folgen sie selbst tragen müssen. Das sozio-ökonomische Modell unterstellt, dass ein florierender Handel weit größere Vorteile mit sich bringt als ein Krieg. Das militärtechnische Modell besagt, dass Kriege aufgrund der ernormen Vernichtungskraft der Waffen nicht mehr geführt werden können. Alle drei Ideen haben Voraussetzungen: Selbstinteresse, Rationalität, um das Selbstinteresse sinnvoll umsetzen zu können, und die Existenz einer zentralen Macht, meist des modernen Nationalstaats. Selbstinteresse kann als gegeben unterstellt werden, der vernünftige Umgang damit ist nicht immer garantiert und die Macht der staatlichen Zentralgewalt bröckelt immer wieder und zerfasert in Bürgerkriegszustände. Wir wollen uns die Modelle genauer ansehen und ihre Leistungsfähigkeit bewerten.
Friedensmodelle und Friedensbildung
Können wir uns eine Welt vorstellen, in der auf Wahrheit keinen Wert gelegt wird? Wie sollten wir uns selbst ernst nehmen, wenn dem so wäre? Könnten wir unser soziales Leben überhaupt verstehen? Es wird viel gelogen in unserer Welt, meist aber, um die Wahrheit zu verschleiern. Es wird daher viel geredet, ausschließlich um Wirkung zu erzielen. Aber kann das funktionieren, ohne sich auf Wahrheit zu beziehen?
Ohne uns auf zeitliche Wahrheit zu stützen, würden wir nur zufällig Termine halten. Ohne das Vertrauen auf räumliche Wahrheiten könnten wir nicht am Straßenverkehr teilnehmen. Ohne ein Grundvertrauen auf Wahrheit könnten wir kein soziales Leben führen. Nur weil wir grundlegende Wahrheiten anerkennen, können wir unser Leben einrichten.
Wir wollen in der Veranstaltung prüfen, was uns die Wahrheit wert ist und was wir tun sollten, um uns diesen Wert zu erhalten.